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Bewerbung & Vorstellung

SO KLAPPT DER EINSTIEG

Das Versenden der Bewerbungsunterlagen sollte etwa ein halbes Jahr vor Studienabschluss beginnen. Dieser (frühe) Zeitpunkt hat mehrere Vorteile: Man kann Lücken im Lebenslauf vermeiden und Professionalität beim Bewerben entwickeln. Außerdem bleibt so Zeit, Alternativen und Angebote in Ruhe abzuwägen.

Die schriftliche Bewerbung ist von zentraler Bedeutung, um das Interesse eines Arbeitgebers zu wecken. Das Unternehmen muss in kurzer, prägnanter Form davon überzeugt werden, dass der Kandidat zur offenen Stelle und zum Unternehmen passt und zwar besser als die Mitbewerber. Im Durchschnitt bekommt ein im Deutschen Aktienindex (DAX) verzeichnetes Unternehmen pro Jahr zwischen 15.000 und 50.000 Bewerbungen. Absoluter Spitzenreiter ist Siemens mit über 100.000 eingehenden Bewerbungen im Jahr. Nur etwa 15 bis 20 Prozent der Bewerber bekommen von den DAX-30-Unternehmen die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

BEWERBUNGSUNTERLAGEN

Die Kunst der Bewerbung liegt darin, die für den Arbeitgeber relevanten Informationen zu liefern und diese ansprechend und vollständig darzustellen. Dabei sollte die gesamte Bewerbung auf die jeweilige Stelle ausgerichtet sein. Es muss klar werden, was den Stellensuchenden für die Position qualifiziert. Anschreiben und Lebenslauf sollten bei jeder Bewerbung individuell gestaltet werden. Wer inhaltlich keinen Bezug zum Unternehmen und zur jeweiligen Aufgabe herstellt, signalisiert, dass er sich nicht wirklich für die Position interessiert oder sich nicht richtig mit ihr auseinander gesetzt hat. Zu einer vollständigen Bewerbung gehören:

Individuelles Anschreiben (etwa eine Seite)
Tabellarischer Lebenslauf
Foto (kein Automatenfoto!)
Arbeits- / Lehr- / Praktikantenzeugnisse
Diplomzeugnis bzw. Vordiplomzeugnis und Notenspiegel
Abitur- evtl. sonstige Zeugnisse
Zertifikate über Zusatzqualifikationen (z.B. Sprach- oder Computerkenntnisse)

Besonders wichtig ist der tabellarische Lebenslauf, der vollständig und übersichtlich sein muss. Er soll dem Leser alle wichtigen Informationen über Lebens-, Studien- und Berufsweg vermitteln. Außerdem muss er eine konsequente Ausrichtung auf die jeweilige Position erkennen lassen. Die einzelnen Zeitabschnitte sind lückenlos aufzuführen, möglichst mit den Monatsangaben (z.B. 10/01 bis 8/02). Die Checkliste zum Lebenslauf (siehe dort) hilft bei der richtigen Zusammenstellung der Daten.

Das Anschreiben muss das Interesse des Lesers wecken. Es darf nicht den Lebenslauf mit anderen Worten wiedergeben, sondern sollte Gründe dafür liefern, warum der Bewerber für die jeweilige Position besonders geeignet ist. Die zentralen Fragen der Personalchefs sind:

Warum interessiert sich der Bewerber für die Stelle?
Passt er zum Unternehmen und zur Stelle?
Bringt er wichtige Qualifikationen mit, die über das Anforderungsprofil für die Stelle hinausgehen, bringt er einen Zusatznutzen?

Nach Anschreiben und (tabellarischem) Lebenslauf werden die weiteren Unterlagen chronologisch geordnet - und ggf. nach der Gliederung des Lebenslaufes getrennt. Die aktuellsten Unterlagen liegen oben. Bei Hochschulabsolventen ist selbstverständlich das Abschlusszeugnis ein zentrales Dokument. Ist es zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht ausgestellt, muss der letzte Zwischenabschluss (z.B. Vordiplomzeugnis) belegt werden. Um dem Leser einen Überblick über die aktuellen Leistungen zu geben, sollte man einen Notenspiegel beilegen. Das wirkt übersichtlicher als eine Vielzahl kopierter Scheine. Auch Studienschwerpunkte können so hervorgehoben werden.

QUALIFIKATIONSPROFIL

Der Lebenslauf stellt den Werdegang in einer relativ starren Form dar. Oft bietet er nicht genügend Raum, um das persönliche Qualifikationsprofil adäquat zu präsentieren. Um seine besonderen Vorzüge, bisherigen Erfolge und beruflichen Ziele stärker in den Vordergrund zu stellen, kann es sinnvoll sein, die Bewerbungsunterlagen um ein Qualifikationsprofil - das so genannte dritte Blatt - zu ergänzen.In einigen Handbüchern werden konkrete Darstellungsformen als Muster vorgestellt. Die Autoren schlagen manchmal Formulierungen wie "Was Sie sonst noch über mich wissen sollten..." o.ä. vor. Auf Personalverantwortliche wirkt eine solch standardisierte Präsentation jedoch nicht immer überzeugend: Wer das zehnte Mal die gleichen phrasenhaften Selbstdarstellungen liest, behält den Kandidaten nicht unbedingt positiv im Gedächtnis. Entscheidend ist hier eine wirklich individuelle Darstellung.

Liegen zum Beispiel erste Berufserfahrungen in der Unternehmensberatung vor, kann ein Erfahrungsprofil erstellt werden, das die Projektaufgaben und -ergebnisse aussagefähig präsentiert. Auch im IT-Bereich bieten sich Erfahrungsprofile an, die auf Kenntnisse in bestimmten Systemen und Programmiersprachen hinweisen. Das Profil sollte auf eine Seite begrenzt sein und nach dem Lebenslauf kommen. Bei promovierten Bewerbern sollte die Liste mit den wichtigsten Veröffentlichungen enthalten sein. Individualität ist der entscheidende Erfolgsfaktor. Das Qualifikationsprofil darf keine Wiederholung von Anschreiben und Lebenslauf sein. Nur so kann die - noch - nicht zum Standard der Bewerbung gehörende Zusatzinformation Interesse wecken.

Wer Zusatzqualifikationen nachweisen kann, sollte entsprechende Dokumente beifügen - besonders, wenn die Leistungen im Zusammenhang mit der angestrebten Position stehen. Das gilt für eine Berufsausbildung und andere Praxiserfahrungen, Computer- oder Sprachkenntnisse, Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen, Veröffentlichungen usw.

BEWERBUNG PER MAIL

Verschiedene Jobbörsen bieten die Möglichkeit der Online-Bewerbung als besonderen Service an. Bei der direkten Kontaktaufnahme zu einem Unternehmen lässt sich mit einem Blick auf die Homepage klären, ob das Unternehmen auf diese Form der Bewerbung eingestellt ist. Sollte weder eine E-Mail-Funktion noch ein Online-Bewerbungsformular explizit für das Versenden von Bewerbungen vorgesehen sein, empfiehlt es sich, nur die erste Kontaktaufnahme per Internet durchzuführen und bei weiter bestehendem Interesse die klassische Bewerbung auf den Postweg zu bringen. Blindbewerbungen sind online nämlich meist nicht besonders vielversprechend. Ein Test der Personalberatung Axis hat ergeben: Ein Drittel der Bewerbungen wird gar nicht beantwortet. Nur ein Fünftel der Unternehmen reagierte innerhalb eines Tages per E-Mail.

Unternehmen, die eine Online-Bewerbung ermöglichen, bieten meist Standardformulare an. Diese stellen häufig aber nur begrenzten Raum zur Verfügung, so dass sich der Bewerber seine Formulierungen um so gründlicher überlegen sollte. Dies gilt besonders für jene Felder, in denen der Bewerber die Möglichkeit hat, sein spezifisches Interesse an dem Unternehmen und seine besondere Eignung für die Position deutlich zu machen.

Auch bei der nicht standardisierten Bewerbung per E-Mail sind einige Formalien zu beachten: Das Anschreiben sollte an einen konkreten Ansprechpartner gerichtet sein. Es ist wichtig, dass aus der Betreffzeile hervorgeht, dass es sich um eine Bewerbung handelt. Vor dem Abschicken sollte das gesamte Dokument ausgedruckt und noch einmal gelesen werden, da auf dem Bildschirm Tippfehler leicht übersehen werden. Denn auch die Online-Bewerbung muss professionell und fehlerfrei sein, wenn sie zum Traumjob führen soll.

Und noch ein wichtiger Tipp für die E-Mail-Bewerbung: Der Schreibstil sollte nicht dem allgemein üblichen (lockeren) E-Mail-Jargon angepasst werden. Denn es handelt sich selbstverständlich auch bei einer Online-Bewerbung um eine offizielle Bewerbung. Daher sollte der Stellensuchende den für die klassische Bewerbung üblichen Stil wählen. Außerdem ist es wichtig, dass das Anschreiben individuell formuliert wird - und nicht wie eine elektronisch verbreitete Massenaussendung wirkt.